Kambodscha

 

Von Bangkok aus bin ich mit dem Bus (Anbieter Giant Ibis, kann ich sehr empfehlen) nach Siem Reap in Kambodscha gefahren. Die Fahrt dauerte ca. 7h inkl. Grenzübergang bei dem alles reibungslos, dank des tollen Personals von Giant Ibis, funktioniert hat. Den ersten Tag habe ich ganz entspannt angehen lassen und habe zwei Yoga Kurse in Siem Reap besucht und bin ein bisschen durch die Stadt geschlendert. 
Am zweiten Tag bin ich mit einem TukTuk Fahrer, Sokun, den großen Circle der Angkor Wat Tempelanlagen gefahren. Das drei Tages Ticket kostete 2017 ca. 62 US-Dollar. Angkor Wat gehört zum Weltkulturerbe und war im 12. und 13. Jahrhundert eine rießige Metropole mitten im Dschungel. Ankor Wat selbst ist ein großer Tempelkomplex um den zahlreiche andere Tempelanlagen entstanden sind. 

Der erste Tempel auf meiner Runde war der Preah Khan. Der Tempel hat mir sehr gut gefallen, vor allem weil die Touristen sich gut verlaufen haben und man immer wieder Orte fand an denen man alleine mit diesen alten Gemäuern war. 

Der zweite Tempel auf dem großen Circle ist der Neak Pean, ein ganz kleiner Tempel, welcher komplett von Wasser umgeben ist. 

Anschließend war ich im Ta Som Tempel, welcher wunderschöne Reliefs hat und einen Durchgang der von einem Baum bewachsten ist. 
Danach kam der East Mebon, auch ein schöner Tempel. Beide sind eher klein. 

Der letzte Tempel auf dem großen Circle war der Pre Rup, von dort aus hat man eine sehr schöne Aussicht. Auf dem Weg zurück haben wir noch einen Stopp beim Sra Srang, dem antiken, königlichen Schwimmbad gemacht. (Eigentlich ist es einfach ein See, so ganz habe ich die Wortwahl daher nicht verstanden). 
Der große Circle ist definitiv nicht so überlaufen wie die drei berühmtesten Tempelanlagen, welche ich am nächsten Tag besucht habe. Ich fand es auch sehr angenehm mit dem Tuk Tuk zu fahren, da der Fahrer immer vor den Tempelanlagen auf einen wartet und zwar so lange man möchte. Es hatte ca. 35 Grad zu der Zeit in der ich dort war und manche Touristen sind die Strecke sogar mit dem Fahrrad gefahren. Man sollte aber die Strecken zwischen den Tempelanlagen nicht unterschätzen, die ganze Anlage ist wirklich rießig!

Für die drei größten Tempelanlagen habe ich für 13 Dollar eine geführte Tour gebucht, da ich gerne etwas über die Tempel erfahren wollte. Um vier Uhr morgens ging es los, um den Sonnenaufgang hinter Angkor Wat zu sehen. Mit den Massen an Menschen hatte ich allerdings nicht gerechnet. Der Sonnenaufgang war zwar schön, aber im Nachhinein hätte ich das anders geplant und hätte mir den Sonnenaufgang an einem anderen, nicht so überlaufenen Tempel angesehen. Angkor Wat selbst ist ca. 800 - 1000 Jahre als und wurde in ca. 37 Jahren von Hand aufgebaut. Der Tempel ist aus Sandstein, welcher nur mittels Wasser aneinanderhaftet. Ein Wat ist übrigens ein Gebäudekomplex der hauptsächlich religiösen Zwecken dient. Angkor Wat wurde hinduistisch erbaut, ist heute jedoch buddhistisch. 

Die zweite berühmte Tempelanlage ist der Ta Phrohm Tempel, welcher aus dem Actionfilm Tomb Raider bekannt ist. Die komplette Anlage ist überwuchert mit den Wurzeln der Kapok Baumriesen und Würgefeigen. Der Tempel ist buddhistisch und war für mich definitiv der beeindruckenste. 

Die dritte bekannte Tempelanlage ist der Bayon Tempel und hat 200 in Stein geschlagene Gesichter. 

Abreisetag aus Siem Reap, diese wuselige Touristenstadt hat mir gut gefallen. Vor allem den großen Markt kann ich sehr empfehlen. 

Mit dem Boot ging es nun über den Tonle Sap See Richtung Battambang. Die Bootsfahrt war sehr abenteuerlich. Es ging schon so los, dass das Boot meiner Meinung nach etwas sehr voll war, viele Reisende saßen auf dem Dach. Mitten auf dem See kam ein zweites Boot und die Hälfte der Passagiere wurde umgeladen. Die Fahrt nach Battambang dauert ca. 7h und führt an zahlreichen schwimmenden Dörfern vorbei. Zu Beginn sind diese schön bunt und das Wasser blau und klar. Je weiter man fährt, desto dreckiger wird die Brühe und desto deutlich sieht man das echte Leben in Kambodscha. Windschiefe, halb kaputte Stelzenhäuser, überall Plastik und Müll und Boote mit Wellblechdächern die als Häuser dienen. Die Kinder winken dir glücklich vom Ufer aus zu, stehen aber in einem Berg von Dreck und Müll. Diese Fahrt hat mich emotional extrem berühmt, noch nie habe ich solche Lebensumstände mit eigenen Augen gesehen. 

Mit dem Bus bin ich von Battambang über Phnom Penh nach Shianoukville gefahren. Dort angekommen habe ich eine Fähre nach Koh Rong Sanloem genommen. Shianoukvilla ist nach allem was ich gehört habe kein sehenswerter Ort, weshalb ich diese Stadt guten Gewissens ausgelassen habe. Auf Koh Rong Sanloem habe ich drei Tage verbracht, das Wasser ist wunderschön aber auch hier sind die hygienischen Zustände etwas gewöhnungsbedürftig. 

Der nächste Stopp war Kampot. Dieses kleine Städtchen hat mir sehr gut gefallen. Dort kann man übrigens tollen Pfeffer kaufen der ganz in der Nähe hergestellt wird. 

Am nächsten Tag habe ich mir einen Roller ausgeliehen und bin zum Bokor Nationalpark gefahren. Die Strecke ist sehr schön und führt in leichten Serpentinen einen Berg hinauf. Im Nationalpark gibt es viele Ruinen die man besichtigen kann, sowie eine alte Kirche. Anschließend war ich noch an einem Wasserfall im Park. Dort badeten die Einheimischen und ich durfte von einer Gruppe von Mönchen ein Foto machen. 

Als nächstes fuhr ich mit dem Bus wieder nach Phnom Penh und habe mich dort mit Luka getroffen, die ich in Neuseeland kennengelernt habe, die aber aus Belgien kommt. :)
Gemeinsam haben wir die Hauptstadt des Landes erkundet. 
Übrigens wars dann so weit, mich hats erwischt... Magen-Darm... Aber alles halb so wild, geht einfach in eine Apotheke, sollte es bei euch passieren. Die Einheimischen haben dort gute Mittel um die Magenbeschwerden der Westler zu behandeln. Nach ein, zwei Tagen war alles wieder ok. 

Am nächsten Tag wollten Luka und ich mehr über die Geschichte Kambodscha´s erfahren und sind mit einem TukTuk zu den Killing Fields gefahren. Die Killing Fields sind Massengräber des roten Khmer Regimes. In den 1970er Jahren kam Pol Pot mit den roten Khmer, einer kommunistischen Partei an die Macht. Innerhalb von nur 4 Jahren wurde 1/4 der kambodschanischen Bevölkerung hingerichtet. 3 Millionen von 8 Millionen Einwohnern ließen ihr Leben auf Grund von Mord oder durch Zwangsarbeit oder Hunger. Die roten Khmer wollten das Bauernvolk "unterstützen" und siedelten daher die Städter auf das Land um. Innerhalb von 3 Tagen war die Hauptstadt des Landes wie leer gefegt. Auf dem Land wurden alle zur Zwangsarbeit gezwungen, der Reis wurde exportiert bis die eigene Bevölkerung nichts mehr zu essen hatte. Reihenweise wurden Menschen mit Bildung, Mönche, Menschen mit zu weicher Haut oder zu hellem Hautton in Gefängnisse gebracht und nachts auf den Killing Fields ermordet. In ganz Kambodscha gibt es über 300 Killing Fields. 
Nach den Killing Fields haben wir noch das Toul Sleng (S21) Gefängnis besucht. Dort sieht man in alten Fotografien wie die Menschen in den Gefängnissen leben mussten und gefoltert wurden. Das ist definitiv nichts für schwache Nerven und einige Besucher konnten sich die Bilder nicht ansehen. 
Dennoch bin ich froh diesen Teil der kambodschanischen Geschichte kennengelernt zu haben, denn so versteht man das Land meiner Meinung nach besser. (Beispiel: Man sieht hier sehr wenige ältere Menschen) 

In Phnom Penh habe ich versucht interessante Motive auf der Straße zu finden und diese festzuhalten. Hier seht ihr einige dieser Bilder. 

Durch Phnom Penh fließt der Mekong, einer der längsten Flüsse unserer Erde. Unser Hostel lag direkt an diesem Fluss was uns nachts eine schöne Aussicht bescherte. Der Fluss ist eine ziemliche braune Brühe, weshalb er tagsüber nicht so toll aussieht. 

Am nächsten Abend haben Luka und ich eine Mekong Rivercruise gebucht und den Sonnenuntergang beobachtet. Sobald man die andere Seite des Flusses sieht bemerkt man wieder die kleinen, windschiefen "Häuschen" und Fischerboote.

Anschließend ging es wieder mit dem Nachtbus zurück nach Siem Reap. 
In Siem Reap haben wir noch das Bantei Srey Schmetterlingscenter besucht. Auf dem Weg dorthin hat Sokun, unser TukTuk Fahrer uns noch gezeigt wie in ländlichen Regionen Kambodschas  gefischt wird. Mit bloßen Händen, bis zur Hüfte im Wasser stehend, werfen die Fischer Netze aus und versuchen so einen Fang an Land zu holen. 
Im Schmetterlingscenter angekommen, haben wir eine kurze Führung bekommen und wurden über die verschiedenen Stadien die ein Ei bis zum Schmetterling durchmacht informiert. Es war sehr schön dort und ich kann die Führung sehr empfehlen. 

Links im Bild: Sokun unser TukTuk Fahrer, Mittig und Rechts: Zwei Frauen die in der Nähe der Schmetterlingsfarm arbeiten. 

Fazit Kambodscha: 
Ich fand das Land unheimlich interessant. Auf der einen Seite hat es einen reichen Kulturschatz, es gibt viele Tempel zu entdecken und Kambodscha hat auch wunderschöne Strände und Inseln. Auf der anderen Seite ist es eines der ärmsten Länder der Welt und wenn man etwas abseits der Touristenregionen schaut, sieht man das auch deutlich. Es ist erst einmal schwer mit dieser Armut der Menschen umzugehen, vor allem wenn man so etwas noch nie gesehen hat. Die Menschen wollen dein Geld, das merkt man auch teilweise sehr deutlich.
Tipp1: Passt auf beim Kauf von Souvenirs und handelt hier gut. Die Preise sind für Touristen teilweise wirklich unverschämt. Auch bei TukTuk Fahrten solltet ihr euch am besten vorher in eurem Hostel erkundigen was eine Strecke von xy km kosten darf.
Tipp2: Gebt Kinder niemals Geld!!! Es werden euch wahrscheinlich bettelnde Kinder begegnen, das ist mir auch passiert. Hinter diesen Kindern stecken Bettelorganisationen die ihnen das Geld wieder abknöpfen. Außerdem denken die Kinder dann auch später, dass sie ihren Lebensunterhalt nur so verdienen können. 
Tipp 3: Achtet auf eure Wertsachen! Gerade in Phnom Penh wird sehr viel geklaut. Auch wenn du auf der Straße läufst und dein Handy in der Hand hast, kann ein Mofafahrer dir dieses einfach so aus der Hand reißen. Mir ist zum Glück nichts dergleichen passiert, ich habe aber auch sehr stark auf meine Wertsachen geachtet. Schau am besten auch bei der Buchung der Hostels dass diese einen Wertsachen-Safe im Zimmer haben. Ich hatte immer eine Kreditkarte und etwas Bargeld dabei und habe die zweite Karte und das restliche Geld im Zimmer eingeschlossen. Was ich auch empfehlen kann ist ein kleiner Geldbeutel der unter der Kleidung getragen werden kann. Ich bin aber zum Beispiel die ganze Zeit mit meiner großen Kamera herumgelaufen und hatte keine Probleme. Die Kamera hängt bei mir schräg um den Körper und dann hatte ich meistens wenn ich nicht fotografiert habe die Hand darauf. 

Tipp4: Vermeide Eiswürfel, trinke kein Leitungswasser und putze dir damit am besten auch nicht die Zähne. Manchmal lässt sich eine Magen-Darm Erkrankung nicht vermeiden. Geh einfach in eine Apotheke, wie schon gesagt die haben super Mittel und sind sehr kompetent. 

Tipp5: Iss unbedingt von den kleinen Ständen an der Straße! Das ist einfach super authentisch, mega lecker und total günstig.

 

Es ist übrigens überhaupt kein Problem als Frau dort alleine zu reisen. Die Menschen sind größtenteils sehr nett. Lediglich auf vor Diebstahl solltest du dich schützen und naja nachts sollte man schon auch etwas aufpassen. Aber das sollte man überall.  
 

Ich freue mich auf Dich!

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© Jessica Wiedemann

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